Predigt Sonntag 22.03.2020 Steinbach-Maladers

1 BEGRÜSSUNG

 

Liebe Besucherin, lieber Besucher,

 

 

 

«Herzlich willkommen in unserer Kirche!» So hätte ich Sie gerne am Eingang begrüsst. Und dann hätten wir uns hingesetzt und, nach dem Geläute, hätte die Organistin viel-leicht etwas Frühlinghaftes gespielt. Denn an diesem Sonntag, 22. März, haben wir den 1. Sonntag im Frühling.

 

Da unsere Organistin auch in Amsterdam studiert hat, hätte ich vermutlich gefragt ob sie «Wenn der Frühling kommt, schick ich dir Tulpen aus Amsterdam» spielen würde. Nur zur Einstimmung. Es muss nicht immer Bach sein.

 

https://youtu.be/BHwpIEOaBIs

 

Der Gottesdienst am Sonntagmorgen sollte uns die Möglichkeit geben, mal einen Halt zu machen. Uns besinnen über das, was hinter uns liegt, und uns auf die neue Woche ein-stimmen.

 

Einmal habe ich das sogar gehört – ein Wortspiel – Kirche als «Tankstelle und Denk-stelle». Gefällt mir.

 

Also, ich hätte mich – am liebsten mit Ihnen – an der Musik zur Einstimmung gefreut.

 

2 GEBET

 

Dann hätte ich mich mit Ihnen auf die neue Woche vorbereitet, am liebsten mit dem Gebet von Reinhold Niebuhr. Sie finden es unter der Nr. 844 im Gesangbuch:

 

«Gott, schenke mir Gelassenheit,

 

das hinzunehmen, was ich nicht ändern kann,

 

Mut, das zu ändern, was ich ändern kann,

 

und Weisheit, das eine vom andern zu unterscheiden.»

 

Gerade in dieser Zeit, wo uns fast nur ein Thema beschäftigt: Covid19, oder wie wir es meistens hören, Corona, möchte ich es beten. Es ist ein Gebet, das ich gerne bete.

 

Es ist einfach, und es sagt zugleich so viel aus.

 

Gelassenheit. Das brauchen wir in dieser Zeit. Keine Panik verbreiten, keine Hamster-käufe. Abwarten, ruhig werden, ruhig bleiben. Unsere Verantwortung wahrnehmen, wahrhaben wollen, dass wir gemeinsam die Verhaltensregeln einzuhalten haben, damit wir die Krankheit unter Kontrolle bekommen.

 

Hinnahme, was wir nicht ändern können. Es ist so, dass noch mehr Menschen sterben werden, als es bis jetzt der Fall ist. Daran können wir nichts ändern. Wir wissen, wir sind nicht für ewig da. Irgendwann kommt für uns die Zeit, dass wir uns von den Geliebten trennen müssen. Körperlich, denn in Gedanken, in der Erinnerung, bleiben sie uns wohl erhalten.

 

Mut, zu ändern was ich ändern kann. Die Appelle, welche Bund und Kantonsregierung an uns richten, sind Aufrufe, unser Verhalten zu ändern. Nicht für immer und ewig. Es gilt, solange es nötig ist, bis die Krankheit überstanden, überwunden ist. Es braucht viel-leicht Mut, zu einem Nachbarn oder Nachbarin zu gehen und sie zu bitten, ob wir helfen können. Mut, zu Hause zu bleiben, nicht hinaus zu gehen, uns und andere zu gefährden.

 

Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden. Weis-heit und Einsicht liegen nahe beieinander. Wenn wir den Nutzen von etwas einsehen, machen wir es vielleicht eher. Weisheit hat auch mit der Bereitschaft zu hören, was anderen uns zu sagen haben, zu tun. Nicht was mir dienlich ist, sondern was uns allen dient.

 

3 LIED

 

Und nach diesem Gebet hätte ich gerne mit Ihnen gesungen. Bei der Planung für den Sonntag, hatte ich daran gedacht, der Organistin zu bitten auch weltliche Musik zu spie-len. Vielleicht «populäre» Melodien, Schlager aus der Klassik, aber auch aus der Unterhaltungsmusik. Denn auch in der Unterhaltungsmusik geht es oft um zutiefst reli-giöse Empfindungen: Verlangen nach Geborgenheit, Trost, Annahme, Stärkung.

 

Aber, was hätte ich da mit Ihnen singen wollen?

 

Nehmen Sie, bitte, ein Gesangbuch und schlagen Sie das Lied bei der Nr. 533 auf. «Morgenlicht leuchtet, rein wie am Anfang». In der Originalfassung: „Morning has broken“. Ein Schlager, der es in den Gesangbüchern geschafft hat.

 

https://youtu.be/yGaN_hEUY-Y

 

Wenn ich davon ausgehe, dass Sie hier in der Kirrche von Maladers, Passugg, Praden oder Tschiertschen, sitzen, dann passt das Lied doch? Es ist Sonntag, Tag der Sonne und deshalb Sonntag. In der Bibel finden wir diese Bezeichnung nicht. Dort ist vom ersten Tag der Woche die Rede. Im Evangelium nach Lukas wird, anlässlich der Auferstehung Jesu, erzählt, dass die Frauen am ersten Tag der Woche zum Grab Jesu gingen.

 

Das Evangelium ist in der jüdischen Kultur vom 1. Jahrhundert entstanden. Im Judentum hat nur der 7. Tag einen Namen: Schabbat. Die Namen unserer Wochentage kommen aus vorchristlicher Kultur. Sie erinnern an Götter.

 

Das Lied „Morgenlicht leuchtet“, dankt für die Schöpfung, für die Jahreszeiten (wir sind im Frühling!), für die Ernte.

 

Wenn Sie ein Handy haben und eine Internetverbindung herstellen können (Hotspot), können Sie das Lied eingeben und es sogar hören.

 

Wenn Sie mögen, singen Sie’s doch vor sich hin. Vielleicht sind Sie alleine in der Kirche (Sie sind es nicht, EINER ist immer um uns herum). Ach, auch wenn Sie der Meinung sind, dass Sie nicht singen können, nur Mut! In der Kirche sind wir nicht im Konzertsaal wo es möglichst genau klingen muss.

 

4 PSALM

 

Nach dem Lied wäre es wohl angebracht, einen Psalm mit Ihnen zu beten. In schwierigen Zeiten kommt uns da meistens Psalm 23 in den Sinn. Sie finden den Psalm im Gesangbuch. Unter den Nummern 15, 16, 17 und 18 gibt es verschiedenen Vertonung-en. Unter der Nummern 112 und 113 finden Sie den Psalm in Übersetzungen von Martin Buber und Martin Luther. Natürlich steht der  Psalm auch in der Bibel in der Übersetzung der Zürcher Bibel, der liegt in der Kirche vorne, auf dem Taufstein.

 

1 Ein Psalm Davids. Der HERR ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. 2 Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser. 3 Er erquicket meine Seele. Er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen. 4 Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich. 5 Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde. Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein. 6 Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang, und ich werde bleiben im Hause des HERRN immerdar.

 

Die Bibel nach Martin Luthers Übersetzung, revidiert 2017,

 

© 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart.

 

https://www.bibleserver.com/LUT/Psalm23

 

5 MUSIK

 

Ja, was hätte ich hier vorgeschlagen? Etwas Populäres von Bach? «Bist du bei mir» aus dem Klavierbüchlein für Anna Magdalena Bach. Bach hat es für seine Frau zusammengestellt. Er hat das nicht selber komponiert, aber in dieser Sammlung aufgenommen. Jede und jeder, der Klavierunterricht bekommen haben, kennt es wohl.

 

https://youtu.be/CdqEtYM61xg

 

Es ist ein Liebeslied. Es singt von der Sehnsucht nach der Ge-borgenheit durch die Nähe von jemanden, den wir gerne haben, der uns gerne hat. Und das glauben wir: dass wir in Gottes Liebe geborgen sind, durch Jesus unser Christus, unsern Herr. (Daran erinnern die Worte, mit welchen ich meistens den Gottesdienst eröffne: «Unsere Hilfe steht im Namen des Ewigen, der Himmel und Erde gemacht hat, der ewig Treue hält und der das Werk Seiner Hände nicht fahren lässt.»)

 

6 LESUNG PREDIGTTEXT

 

Aus aktuellem Anlass – Corona – schlage ich vor, dass wir einen Text aus dem Buch Leviticus lesen. Ein Buch, das meistens bei uns Christen unbekannt ist. Speisevorschriften, Tempelvor-schriften, Gesetze hin und Gesetze her. Wir finden aber hier auch das «Doppelgebot der Liebe», wie es Jesus in einem Ge-spräch zitiert. Sie finden es im Gesangbuch unter der Nr. 782.

 

Der Text, den ich Ihnen vorschlage, ist in gewissem Sinne «aktuell». Es geht um «Quarantäne». Ein Wort, das uns in den letzten Wochen sehr vertraut geworden ist. Ein Wort, das vielleicht bald für mich auch gilt – ich bin 65+ und deshalb gehöre ich zur Risikogruppe –, wenn der Bund beschliesst, dass wir nicht mehr hinausdürfen. Nun, lassen wir das. Ich schlage Ihnen vor, dass Sie nach vorne gehen – zum Taufstein – und dort Leviticus 13 aufschlagen.

 

Dort finden wir eine Verbindung von Priester und Medizinmann. Das ist in vielen Kulturen so.

 

Hier geht es um Hautausschlag. Der Priester muss beurteilen, ob die Betroffenen rein oder unrein sind. Die Unreinen dürfen nicht an die Zeremonien teilnehmen, sie sind in Absonderung.

 

Sie müssen nicht das ganze Kapitel lesen. Es reicht, wenn Sie die ersten 11 Versen lesen.

 

«1 Und der HERR redete mit Mose und Aaron und sprach: 2 Wenn bei einem Menschen an seiner Haut eine Erhöhung oder ein Ausschlag oder ein weißer Flecken entsteht und zu einer aussätzigen Stelle an der Haut wird, soll man ihn zum Priester Aaron führen oder zu einem seiner Söhne, den Priestern. 3 Und wenn der Priester die Stelle an der Haut sieht, dass die Haare dort weiß geworden sind und die Stelle tiefer ist als die übrige Haut, so ist es Aussatz. Wenn der Priester das an ihm sieht, soll er ihn für unrein erklären. 4 Wenn aber ein weißer Flecken an seiner Haut ist und doch die Stelle nicht tiefer anzusehen ist als die übrige Haut und die Haare nicht weiß geworden sind, so soll der Priester den Kranken einschließen sieben Tage 5 und am siebenten Tage besehen. Sieht er aber, dass die Stelle geblieben ist, wie er sie zuvor gesehen hat, und hat nicht weitergefressen auf der Haut, so soll ihn der Priester abermals sieben Tage einschließen. 6 Und wenn er ihn erneut nach sieben Tagen besieht und findet, dass die Stelle blass geworden ist und nicht weitergefressen hat auf der Haut, so soll er ihn für rein erklären; denn es ist nur ein Ausschlag. Und er soll seine Kleider waschen, so ist er rein. 7 Wenn aber der Ausschlag weiterfrisst auf der Haut, nachdem er vom Priester besehen worden ist, ob er rein sei, und er wird nun erneut vom Priester besehen 8 und wenn der Priester dann sieht, dass der Ausschlag weitergefressen hat auf der Haut, so soll er ihn für unrein erklären; es ist Aussatz. 9 Wenn an einem Menschen eine aussätzige Stelle ist, so soll man ihn zum Priester bringen. 10 Wenn der sieht und findet, dass eine weiße Erhöhung auf der Haut ist und die Haare dort weiß geworden sind und wildes Fleisch in der Erhöhung ist, 11 so ist es schon alter Aussatz auf seiner Haut. Darum soll ihn der Priester für unrein erklären und nicht erst einschließen; denn er ist schon unrein.»

 

https://www.bibleserver.com/LUT/3.Mose13%2C1-11

 

7 GEDANKEN ZUM TEXT/ZUM AKTUELLEN ANLASS

 

Vielleicht hätten wir zuerst noch ein musikalisches Intermezzo gehört und dann meine «Gedanken zum Text». Ich habe seit einigen Jahren das Wort «Predigt» für mich ge-strichen. Ich kann nicht «predigen» in dem Sinne, dass ich Ihnen das «Wort Gottes» mitteile. Dazu bin ich nicht fähig. Aber ich mache mir gerne Überlegungen, Gedanken zu Texten oder ich stelle gerne zu einem aktuellen Anlass Überlegungen an.

 

 

 

Meine Gedanken haben sich, anfangs Woche, schon um eine bestimmte Zahl gedreht. Eine Zahl, die wir kennen, die wir hören, wenn wir von «Quarantäne» reden. Das sind eigentlich 40 Tage. Diese Zahl 40 kennen wir auch in anderem Zusammenhang.

 

Wir sind in den 40 Tagen vor Ostern. Die Zahl 40 ist uns in der Kirche also bestens vertraut. Diese Zeit ist Fastenzeit. Da geht es auch um ein Runterfahren von Konsum. Verzicht ist angesagt. Jetzt in dieser Zeit müssen wir nicht sosehr auf Essen und Trinken verzichten, sondern auf etwas ganz anders, sehr Wichtiges: soziale Kontakte, sich umarmen, sich küssen, Hände schütteln... hinausgehen. Irgendwie sind wir jetzt (65+ vor allem) in gezwungener Einsiedelei.

 

Wie verbringen wir diese Zeit?

 

In der Bibel mag ich die Erzählung, wo Moses 40 Tage und Nächte auf dem Gottesberg ist, die Tafeln des Bundes empfängt und nachher zurückkommt. Unterdessen haben die Menschen angefangen sich einen eigenen Gott zu machen. Sie hatten Angst, Moses würde nicht mehr zurückkommen.

 

Da ist ja noch die andere Erzählung in der Bibel, wo es heisst, dass es lange Zeit regnet (40 Tage und Nächte) und Noah und die mit ihm in der Arche sind werden gerettet. Ähnliche Erzählungen gibt es in vorbiblischen Texten aus anderen Kulturen, also es könnte durchaus eine Erinnerung an eine «Naturkatastrophe» dahinterstecken.

 

Wenn dann die Menschen und Tiere gerettet sind, legt Gott das Alter der Menschheit fest auf max. 120 Jahre. Vielleicht sagt man deshalb im Hebräischen – zum Geburtstag – «ad mea essrim», d.h. «bis 120!». Wäre dann 1 bis 40 der erste Lebensab-schnitt, 40 bis 80 der zweite und 80 bis 120 der dritte? Oder reden wir lieber von 4 Lebensphasen, denn als 65+ bin ich – zusammen mit anderen – im 3. Lebensabschnitt.

 

40 ist eine Zahl, die auch im Leben vieler Menschen etwas be-deutet. Biologisch kann es uns bis 40 gut gehen, nachher beginnen körperlichen Beschwerden. Mit 40 ist für manche Frau die Zeit, Kinder zu bekommen, nicht mehr so unproblematisch. Mit 40 gibt es für einige auch so etwas wie eine Midlife-Crisis. Da machen Menschen oft einen Neuanfang. Sie wollen mit einem neuen Beruf anfangen. Oder man/frau nimmt, zum Beispiel, eine neue Herausforderung an.

 

In der hebräischen Sprache haben die Buchstaben des Alphabets (das Wort Alphabet geht auf die beiden ersten Buchstaben des hebräischen Alphabets zurück, nl. Alef und Bet) einen Zahlenwert. Alef ist zB 1, Bet ist 2 usw. Von der Zahl 10 an, geht es dann immer dezimal weiter. Die Zahl 40 entspricht dem Buchstaben «M».

 

Ja, der hat es auch in sich! Es ist der 13. Buchstabe im Alphabet und mit ihm beginnen Worte wie «Majim» und «Mot». Auf Deutsch: «Wasser» und «Tod».

 

Wir werden in diesem Jahr kein Ostern feiern, zumindest nicht in der Kirche. Keine Osternacht. Kein österlicher Gesang auf dem Friedhof, kein Ruf «Der Herr ist auferstanden!» Keine Antwort «Der Herr ist wahrhaftig auferstanden!». Keine Licht-feier in welcher betont wird, dass «Christus das Licht der Welt sei» (für uns Christen wohlverstanden) und dass wir Gott dafür danken.

 

In diesem Jahr keine Lesungen in der Kirche, dafür vielleicht daheim. Sie finden im Internet Hinweise, welche Texte in der Osternacht gelesen werden. Sie können sich, ebenfalls im Internet, mit den Mönchen von St. Ottilienberg oder Einsiedeln verbinden und haben dann auch noch den Gesang dazu.

 

In der Osternacht lesen wir den Text worüber das Lied am Anfang gesungen hat: «Am Anfang war die Erde wüst und leer, und Finsternis lag auf der Erde. Und der Geist Gottes schwebte über die Erde. Und Gott sprach: Es sei Licht!»

 

Wir lesen in der Osternacht von der Entstehung vom Leben, die Erklärung weshalb wir 7 Tage in der Woche haben und warum alle Geschöpfe aufeinander angewiesen sind. Wir hören, wie die Menschheit erst «in allerletzter Minute» noch geschaffen wird. Nicht als Herrscher, sondern als Verwalter, bekommt die Menschheit (Gleichberechtigung ist hier schon erwähnt, denn als «Mann und Frau» schuf Gott die Menschheit).

 

Aus dem Wasser (Majim) entsteht das Leben. Später wird Israel durch den Zug durch das Wasser des Schilfmeeres gerettet und wird es zum „Volk Gottes“.

 

Durch das Wasser der Taufe wurden neue Christen in der Glaubensgemeinschaft aufgenommen. Davor hatten sie eine vierzigtägige Vorbereitungszeit zu durchlaufen.

 

Das Wasser ist lebensnotwendig, kann Leben retten. Zugleich ist das Wasser eine Bedrohung. In den Psalmen beten Leidende, Verfolgte und reden davon, dass das Wasser ihnen bis zum Hals stünde. In vielen Religionen kennt man die Vorstellung von einem Jenseits, von etwas auf der anderen Seite eines Flusses. Bei dieser Vorstellung gab es auch den Gedanken, dass man von «dort» nicht mehr zurückkann. In unserem Glauben finde ich es schön, dass ich auch im Tod an «Geborgenheit» glauben kann.

 

Mit einem Zitat aus dem Gesangbuch beschliesse ich meine Überlegungen:

 

«Du kannst nicht tiefer fallen / als nur in Gottes Hand, / die Er zum Heil uns allen / barmherzig ausgespannt». (Nr. 698).

 

In diesem Sinne: b’hüt di Gott und bliib gsund!

 

8 Intermezzo

 

Ja, was hätte unsere Organistin (oder Organisten) hier gespielt. Ich hätte vielleicht vorgeschlagen «We’ll meet again» zu spielen.

 

Vera Lynn hat es populär gemacht.

 

https://youtu.be/HsM_VmN6ytk

 

Vera Lynn war eine Sängerin, die im Zweiten Weltkrieg vielen jungen Männern, die zur Befreiung Europas von der Naziherrschaft, in den Krieg zogen, Kraft gegeben. Es könnte auch uns ermutigen, die uns auferlegte Zwangspause im so-zialen Verhalten auszuhalten.

 

Vielleicht könnten wir vereinbaren, dass wir uns – bei überstan-dener Corona – zu einem grossen Dorffest treffen?!

 

9 Gebet

 

Nach dem Intermezzo hätte ich die Mitteilungen: kein Film über das Passionspiel «Jesus von Montréal», kein Gespräch darüber. Nur Hinweis auf die Kollekte: «Brot für Alle». Sie können per E-Banking eine Spende überweisen.

 

Brot für Alle hat die IBAN CH95 0900 0000 4000 0984 9

 

KONTONR 40-984-9

 

https://brotfueralle.ch/

 

Vielleicht gibt es Flyer in der Kirche? Und sonst finden Sie im Internet genügend Information.

 

Wir hätten dann natürlich in Praden noch die Meldung von einer Taufe am 29.03 gehabt. Diese findet jetzt nicht statt. Wird einfach verschoben. Und somit lade ich Sie jetzt ein zu einem Gebet.

 

 

 

In meiner früheren Gemeinde haben wir die Vaterunser-Glocke geläutet. Dieser Brauch kenne ich aus der niederländischen lutherischen Kirche: so wissen die die daheim sind, dass wir beim Gebet des Herrn sind. Vergleichbar etwa mit dem Läuten der «Christusglocke» wenn der Priester, bzw die Priesterin (Christkatholiken) die Worte der «Wandlung» bei der Eucharistie sagen.

 

Wir beten diese Worte, die uns mit Generationen vor und nach uns verbinden. Worte, die uns über die Kirchen- und Glaubensgrenzen miteinander verbinden. Worte, die auch heute gesagt werden, wenn hier und da Kirchenglocken um 20 Uhr läuten und eine Kerze vor dem Fenster angezündet wird. Wir beten und denken dabei an Menschen, die durch die Krankheit sterben, Menschen, die durch ihren Einsatz dafür sorgen, dass Menschen die Krankheiten überwinden. Für alle, die es brauchen:

 

«Unser Vater im Himmel, geheiligt werde Dein Name, Dein Reich komme, Dein Wille geschehe wie im Himmel, so auf Erden.

 

Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld wie auch wir vergeben unseren Schuldiger. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

 

Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

 

10 Schlussgesang

 

Nach diesem Gebet hätte ich Sie dann gerne zu einem Schluss-gesang eingeladen.

 

Da gäbe es natürlich noch die klassische, barocke Nr. 681 «Wer nur den lieben Gott lässt walten». Da steht in der 2. Strophe diese Frage:

 

„Was hilft es, dass wir alle Morgen

 

beseufzen unser Ungemach?

 

Wir machen unser Kreuz und Leid

 

nur grösser durch die Traurigkeit.“

 

Und natürlich, am Schluss, die Ermutigung:

 

«Sing, bet und geh auf Gottes Wegen,

 

verricht das Deine nur getreu...»

 

https://youtu.be/DTpVFx2hsmo

 

Also gehen wir wieder aus der Kirche hinaus in den Alltag.

 

Dazu hätte ich noch ein hübsches Lied. Ein Geburtstagslied, das ich am liebsten auch im Heimgottesdienst und bei der Taufe gesungen habe. Sie finden es unter der Nr. 734:

 

«Dass Erde und Himmel dir blühen,

 

dass Freude sei grösser als Mühen,

 

dass Zeit auch für Wunder, für Wunder dir bleib

 

und Frieden für Seele und Leib».

 

 

 

Mit diesem Wunsch können wir doch in den Frühling hinaus gehen?!

 

Ich freue mich, wenn Sie mir Fragen oder Wünsche zu diesen «Gedanken zur Zeit» mitteilen: desantieri@gmail.com oder vkr@bluewin.ch.

 

11 Segen

 

Lasst uns gehen, zurück in unseren Alltag, behütet, begleitet, geborgen mit den Worten des Priestersegens

 

«Gott segne und behüte dich,

 

Gott lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig,

 

Gott erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir Frieden.»

 

Amen.

 

Und was hätte da die Organistin zum Ausgang gespielt? Etwas Lustiges? Etwas Fröhliches? Oder wieder so ein Schlager, die Fussballliebhaber kennen ihn. Ich hatte ihn einmal als Motto zu einer Konfirmation: «You’ll never walk alone»?

 

https://youtu.be/Z9sXznft7LE

 

 

 

B’hüt di Gott!

 

12 Ausklang

 

Location

MARIO DE SANTIERI

Rudy Van Kerckhove

Fehrlen 6

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