Konfirmation Jenins

Download
20200405-Jenins2.pdf
Adobe Acrobat Dokument 208.8 KB

Liebe Besucherin und lieber Besucher

 

An diesem 3. Sonntag im Frühling, dem 5. April 2020, begehen wir in den Kirchen den Palmsonn-tag. In der Kirchgemeinde Jenins hätte ich sechs junge Menschen konfirmiert.

 

Covid-19 verunmöglicht das. Seit dem 16. März sind auch die Gottesdienste untersagt. Die Kon-firmation, zumindest der Gottesdienst und die Begrüssung – per Handschlag oder mit Handauf-legung – durch den Pfarrer ist somit verschoben.

 

 

 

In den Kirchgemeinden Steinbach (Passugg, Praden und Tschiertschen) und Maladers lege ich das Skript des Gottesdienstes jeweils in der Kirche auf. Wer möchte, bekommt den Text auch per Post zugeschickt.

 

Der Lehrer, welcher den Schülerinnen und Schülern während einiger Jahre Religionsunterricht gegeben hat, hat auch den Konfirmandenunterricht übernommen, da das Pfarramt in der Kirchgemeinde Jenins im Moment nicht besetzt ist.

 

 

 

An diesem Sonntag hätte die Organistin, welche sonst auch in Steinbach und Maladers begleitet, den Gottesdienst musikalisch mitgestaltet.

 

Was hätte sie gespielt? Ich könnte mir vorstellen, dass ich den Ablauf mit ihr besprochen hätte. Die Konfirmandengruppe hätte auch musikalisch mitgestaltet. Und die Organistin hat mir mitgeteilt, sie hätte, auf Wunsch, nichts Klassisches gespielt.

 

 

 

1 ERÖFFNUNGSSPIEL

 

Beim Eröffnungsspiel hätte die Organistin ein Thema aus dem Film «Love Actually» gespielt und die Konfirmandinnen und Konfirmanden hätten mit mir zusammen in die feierlich geschmückte Kirche hineingehen und vorne Platz genommen. Im Internet fand ich zu dieser Musik folgender Link: https://youtu.be/wloMBeRamw8

 

 

 

Den Gottesdienst hätte ich mit einem Spruch eröffnet. In der Regel ist das ein Bibelwort. Zu dieser Konfirmation hätte ich einen Hausspruch, den ich vor einigen Wochen auf der Wanderung von Malans nach Maienfeld gesehen habe, gewählt:

 

 

 

«Gib jedem Tag deines Lebens die Gelegenheit,

 

der Schönste in deinem Leben zu werden.»

 

 

 

Das ist ein hoher Anspruch. Ich denke, dass wir dem gerecht werden können, wenn wir uns in Gottes Liebe geborgen fühlen. Zu dieser Liebe Gottes bekennen wir uns durch Jesus aus Nazareth, der unser Christus ist, mit Worten aus den Psalmen:

 

 

 

Unsere Hilfe steht im Namen des Ewigen,

 

der Himmel und Erde gemacht hat

 

und ewig Treue hält.

 

Amen.

 

 

 

Anschiessend hätte ich zum Gesang eingeladen. Da die Konfirmation ein feierlicher Anlass ist, wäre es wohl passend gewesen, ein Loblied zu singen. Zum Beispiel Lied Nr. 233 «Nun danket alle Gott».

 

 

 

2 LIED NR. 233: NUN DANKET ALLE GOTT

 

https://youtu.be/h4Nr0KyOscA

 

 

 

3 GEBET

 

Am Ende von diesem Lied werden Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist erwähnt. Bei der Taufe taufen wir auf dem Namen Gottes, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Diese Formel verbindet uns mit anderen Christen. Die Konfirmation ist mit der Taufe verbunden, sie ist eine Bestätigung dieser Taufe.  

 

Die Gemeinde hätte ein Gebet gesungen, aber vorher hätte ich ein Gedicht gelesen. Das Gedicht habe ich in meiner früheren Gemeinde öfters an Konfirmationen gelesen.

 

 

 

ich wurde nicht gefragt bei meiner Zeugung

 

und die mich zeugten wurden auch nicht gefragt

 

bei ihrer Zeugung

 

niemand wurde gefragt außer dem Einen

 

und der sagte Ja

 

 

 

ich wurde nicht gefragt bei meiner Geburt

 

und die mich gebar wurde auch nicht gefragt bei ihrer Geburt

 

niemand wurde gefragt außer dem Einen

 

und der sagte Ja.

 

 

 

 

 

Kurt Marti, der 1921 geboren wurde und 2017 starb, schrieb dieses Gedicht. Er war Pfarrer. Er spricht in diesem Gedicht von Gott, der «Ja» zu uns sagt. Das ist Konfirmation: Ja sagen, be-stätigen.

 

 

 

In diesem «Ja» klingt schon ein wenig der Name Gottes mit, der mit den Buchstaben JHWH geschrieben wird. Wie der Name auszusprechen ist, ist unklar. In Bibelübersetzungen finden wir Umschreibungen. Vermutlich bedeutet der Name so etwas wie «Der Seiende», «Der, welcher ist». In einigen Bibelausgaben finden wir «Jahwe».

 

Auch das kann Konfirmation bedeuten: Gott in unserem Leben zulassen. Zu jeder Zeit, in jedem Moment, uns mit Gott verbinden. Gott verstehe ich dabei als das Lebensprinzip. Wir können uns mit Gott verbinden, indem wir das Leben bejahen. Wir hören es oft so: Aus Gottes Hand bekom-men wir das Leben und dürfen es eines Tages wieder in Gottes Hand zurückgeben.

 

 

 

Als Antwort auf das Gedicht von Kurt Marti hätte die Gemeinde das Gebet unseres schweizer-ischen Nationalheiligen Niklaus von Flüe (1417–1487) gesungen, denn nicht immer sagen wir Ja zu Gott als Inbegriff des Lebens.

 

 

 

4 LIED NR. 650 MEIN HERR UND MEIN GOTT

 

Nach diesem Lied würde ich einen Psalm lesen. Ich könnte den Psalm, der als Eingangspsalm für den Palmsonntag vorgesehen ist, lesen: Psalm 69,2–4.8–10.14.21b–22.30.

 

Ich habe auch die Gewohnheit, in der Jahresbibel nachzuschlagen. Die Jahresbibel ist die gesamte Bibel der Lutherübersetzung in 365 Abschnitten eingeteilt. Für den 5. April ist Psalm 127 ange-geben.

 

 

 

5 PSALM 127 An Gottes Segen ist alles gelegen

 

1 Von Salomo, ein Wallfahrtslied.

 

Wenn der HERR nicht das Haus baut,

 

so arbeiten umsonst, die daran bauen.

 

Wenn der HERR nicht die Stadt behütet,

 

so wacht der Wächter umsonst.

 

2 Es ist umsonst, dass ihr früh aufsteht

 

und hernach lange sitzet

 

und esset euer Brot mit Sorgen;

 

denn seinen Freunden gibt er es im Schlaf.

 

 

 

3 Siehe, Kinder sind eine Gabe des HERRN,

 

und Leibesfrucht ist ein Geschenk.

 

4 Wie Pfeile in der Hand eines Starken,

 

so sind die Söhne der Jugendzeit.

 

5 Wohl dem, der seinen Köcher mit ihnen gefüllt hat!

 

Sie werden nicht zuschanden,

 

wenn sie mit ihren Feinden verhandeln im Tor.

 

https://www.bibleserver.com/LUT/Psalm127

 

(Es gibt einen Link für die Hörversion der Hoffnung-für-Alle-Übersetzung).

 

Der Link zur Jahresbibel: 05. April | Ps 127,1-5;

 

 

 

6 MUSIK

 

Welche Musikstück wäre hier passend gewesen? Vielleicht hätten die Konfirmanden hier ein Stück gespielt und gesungen, das sie zur Konfirmation ausgewählt und vorbereitet hätten: «Boat on the River» von Styx. Hier ein Link aus dem Internet dazu: https://youtu.be/TcNoQKpS6cc

 

 

 

7 LESUNG EVANGELIUM

 

Nach dieser Musik hätte ich dann den Text aus dem Evangelium gelesen, der auch den Sonntag den Namen gegeben hat: Palmsonntag.

 

Dieser Sonntag eröffnet die Karwoche. Die Karwoche ist im Kirchenjahr die heiligste Woche des Jahres. Am Gründonnerstag gedenkt die Christenheit der Einsetzung des Abendmahls. Am Freitag, dem Karfreitag, wird des Sterbens und des Todes Jesu gedacht. Vielerorts gibt es Gottesdienste, in welchen die Passion Jesu gelesen wird. Moderne Formen verbinden das Leiden und Sterben Jesu mit dem Leiden und Sterben vieler Menschen in unserer Welt. Der Karsamstag ist im Kirchenjahr wohl der traurigste Tag.

 

In der Kirche beginnt der neue Tag mit dem Abend. Das ist in der Bibel auch so. In der Schöpfungserzählung wird gesagt, dass es Abend und Tag wurde und dann kommt der Hinweis «Tag eins» usw. An Weihnachten beginnt das Fest ja auch mit Heiligabend. Die Osternacht ist dann die Wende von der Trauer zur Freude, denn wir feiern die Auferstehung Christi. Jeder Sonntag erinnert an diesen ersten Tag der jüdischen Woche an welchem die Frauen zum Grab Jesu gingen und es leer vorfanden.

 

Ich lese das Evangelium zum Palmsonntag, Johannes 14,12ff.:

 

 

 

Der Einzug in Jerusalem

 

12 Als am nächsten Tag die grosse Menge, die aufs Fest gekommen war, hörte, dass Jesus nach Jerusalem kommen werde, 13 nahmen sie Palmzweige und gingen hinaus ihm entgegen und schrien: Hosianna! Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn, der König von Israel! 14 Jesus aber fand einen jungen Esel und setzte sich darauf, wie geschrieben steht (Sacharja 9,9): 15 »Fürchte dich nicht, du Tochter Zion! Siehe, dein König kommt und reitet auf einem Eselsfüllen.«

 

16 Das verstanden seine Jünger zuerst nicht; doch als Jesus verherrlicht war, da dachten sie daran, dass dies von ihm geschrieben stand und man so an ihm getan hatte. 17 Die Menge aber, die bei ihm war, als er Lazarus aus dem Grabe rief und von den Toten auferweckte, bezeugte die Tat. 18 Darum ging ihm auch die Menge entgegen, weil sie hörte, er habe dieses Zeichen getan. 19 Die Pharisäer aber sprachen untereinander: Ihr seht, dass ihr nichts ausrichtet; siehe, alle Welt läuft ihm nach.

 

 

 

Diese Lesung könnt Ihr hören: https://www.kirchenjahr-evangelisch.de/nextday.php

 

Unsere Organistin hätte jetzt ein Intermezzo gespielt. Ein Lied, das einlädt, uns eine andere Welt als die, in welcher wir leben, vorzustellen. Eine Welt, in welcher jede Form von Gewalt abwesend ist.

 

 

 

8 MUSIK: «IMAGINE»

 

https://youtu.be/CCGApXBdMhM

 

Nach diesem Zwischenspiel hätte ich der Gemeinde einige Gedanken zum Tag vorgelegt.

 

 

 

 

 

9 GEDANKEN ZUR KONFIRMATION

 

Der letzte Konfirmationsgottesdienst, den ich als Gemeindepfarrer gestaltet habe, ist schon einige Jahre her. Wie bereits gesagt und wie Ihr liebe Konfirmandinnen und Konfirmanden sicher auch im Konfirmandenunterricht besprochen habt, heisst konfirmieren bestätigen. Die Konfirmation wurde wegen der Kindertaufe eingeführt. Sie markiert einen Übergang von der Kindheit in einer neue Lebensphase, die mit der Ausbildung und Berufswahl verbunden ist. Ihr steht, wie auch Eure Familien, an einem Neuanfang.

 

 

 

Über die Sehnsucht nach einen Neuanfang handelt das Lied «Boat on the River».

 

Neuanfänge gibt es immer wieder im Laufe unseres Lebens. Ein neuer Lebensabschnitt ist ein Neuanfang. Im Lied «Boat on the River» handelt es um das Verlangen nach Fehlentscheidungen neu anfangen zu können. Jeder und jede von uns lernt, dass zum Leben auch Fehlern gehören. Es heisst, dass wir aus Fehlern lernen können. Wir lernen auch, dass wir neu anfangen können. Manchmal gibt man uns einen Spruch mit auf dem Lebensweg. So einen Spruch habe ich am Anfang zitiert:

 

 

 

«Gib jedem Tag deines Lebens die Gelegenheit,

 

der Schönste in deinem Leben zu werden.»

 

 

 

Die Überschrift in der Lutherbibel zum gelesenen Psalm 127 ist auch so ein guter Ratschlag.

 

 

 

«An Gottes Segen ist alles gelegen.»

 

 

 

Den Satz kennen wir als Redewendung. Als Hausinschrift gibt es ihn auch. Für mich klingt diese Überschrift wie der Spruch, den ich am Anfang zitierte: «Gib jedem Tag die Gelegenheit, der Schönste in deinem Leben zu werden.» Gottes Segen als Voraussetzung für Glück. Ein glücklicher Tag ist ein schöner Tag.

 

 

 

Psalm 127 spricht über ein Haus, das gebaut wird. Das Haus kann hier sowohl unser Daheim als auch unser Leben meinen. Wir sind es, die unser Leben in der Hand haben. Wir tragen Eigen-verantwortung. Das habt Ihr sicher auch schon mal gehört: «Du bist für dich selber verantwort-lich.» Sind wir wirklich so selbstständig?

 

 

 

Ich denke, dass wir immer auf Hilfe angewiesen sind. Menschen können nicht ohne Gemeinschaft. Das lernen wir in diesen Wochen des auferlegten Auf-Distanz-Gehens. Bei unseren Entscheidungen werden wir von anderen Menschen beeinflusst. Wir haben Vorbilder. Die direktesten sind unsere Familienangehörigen: Eltern, Grosseltern, Geschwister. Daneben sind es Freunde oder Menschen, die für uns ein Ideal verkörpern.

 

Alle diese Einflüsse tragen dazu bei, dass wir derjenige oder diejenige werden, die wir sind. Mensch-Sein ist wie ein Prozess. Künstler reden von «work in progress». Wir sind noch in einer Entwicklungsphase. Mir gefällt das Bild vom Leben als Kunstwerk. Ein Kunstwerk, das noch nicht fertig ist. Es wird nicht nur von aussen gestaltet, sondern es wird vor allem von uns selber ge-staltet. Am Anfang sind wir dabei auf Hilfe von anderen angewiesen, aber mit den Jahren werden wir immer eigenständiger.

 

 

 

Wir könnten vom Leben auch als von einem Haus reden. Der Begriff Lebenshaus gibt es in der altägyptischen Religion. Dazu gehört das Anch-Zeichen, , das wir als koptisches Kreuz oder Henkelkreuz kennen. Es sieht aus wie ein Strichmännchen.

 

Das Lebenshaus war bei den Ägyptern mit Bildung und Schulung verbunden. Leben ist bei uns auch mit Schulung und Bildung verbunden. Die Konfirmation steht am Ende der Schulpflicht, aber wir wissen alle, dass wir noch nicht mit der Schulung fertig sind. Vielleicht könnten wir sagen, dass wir am Ende der Volksschulpflicht erst mit dem Fundament unseres Hauses fertig sind. Jetzt muss weitergebaut werden.

 

 

 

Wir bauen unser Haus, unser Lebenshaus. Der Psalmdichter macht dabei die Bemerkung:

 

 

 

«Wenn der Ewige nicht das Haus baut,

 

so arbeiten umsonst, die daran bauen.»

 

 

 

Der Ewige ist eine mögliche Übersetzung für diese Buchstaben JHWH worüber ich vorher schon sprach. Es ist eine Umschreibung für Gott, der mit «Liebe zum Leben» umschrieben werden kann. «Wenn die Liebe zum Leben das Haus nicht baut, so arbeiten wir umsonst.» Ohne Liebe zum Leben hat all unsere Aktivität keine Bedeutung. Es macht keinen Sinn.

 

 

 

Das ist kein einfaches Lebensprogramm, ein Haus bauen, am Lebenshaus arbeiten. Ebenso wenig ist es einfach, dem nachzukommen, was in Maienfeld an einer Hauswand steht:

 

 

 

«Gib jedem Tag die Gelegenheit,

 

der Schönste deines Lebens zu werden.»

 

 

 

Das ist Verpflichtung. Das ist Aufgabe. Was hier eine Aufgabe ist, ist im Psalm die Arbeit. Im Hebräischen ist das Wort für Arbeit auch das Wort für Gottesdienst. Wenn wir jetzt Gott mit dem Lebensprinzip verbinden, dann bedeutet unser Leben eine Verpflichtung, uns für das Leben einzusetzen. Das Leben nicht nur von jedem von uns als Einzelperson, sondern das Leben als Sammelbegriff für alles, was lebt.

 

 

 

Eine Glaubensgemeinschaft könnten wir vielleicht umschreiben als eine Gemeinschaft, die sich dem Leben verpflichtet weiss. In dieser Verpflichtung steckt auch die Verbundenheit mit anderen Lebewesen. Am schönsten und deutlichsten hat das nach meiner Meinung wohl Albert Schweitzer (1875–1965) formuliert:

 

 

 

«Ich bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben will.»

 

 

 

Albert Schweitzer verzichtete auf eine akademische Karriere, ging als Tropenarzt nach Afrika und gründete das Spital von Lambaréné. Der Name dieses Spitals ist fast wie eine Antwort auf den Hinweis, dass wir an unserem Lebenshaus bauen. Lambaréné bedeutet: «Wir wollen es ver-suchen..

 

 

 

Ist Eure Konfirmation, liebe Konfirmandinnen und Konfirmanden, nicht auch so etwas wie eine Bereitschaftserklärung zum Versuchen? Versuchen den Weg zu gehen, der vor Euch liegt. Ein Weg, der nicht immer einfach sein wird. Ein Weg, der herausfordert. Ein Weg bei welchem viele Euch behilflich sein wollen und können. Ein Weg, der auch mit Erfolg verbunden sein wird. Ein Weg, der mit Suchen zu tun hat. Suchen nach dem für Euch richtigen Weg. Und eines Tages wird der Weg zu Ende geführt sein. Dann wird, wie der Künstler sagt, das Werk vollendet sein. Es wird fertig sein. Bis dahin mögen Euch viel Zeit, viele schöne Momente, viele gute Freundinnen und Freunde als Begleiter, viele liebenden Menschen euch zur Seite stehen. Und mögt auch Ihr an-deren auf Eure Art und Weise zur Seite stehen!

 

 

 

Das hätte ich vielleicht zu diesem Konfirmationsgottesdienst gesagt.

 

Und dann hätte unsere Organistin eine Musik zur Vorbereitung auf die Konfirmation gespielt. Vielleicht hätte ich da vorgeschlagen, dass die Organistin «All You Need Is Love» spielt. Denn um das alles zu verwirklichen brauchen wir Liebe. Die Liebe ist wie die Sonne, die die Nacht vertreibt und das Leben hervorruft. Und dazu passt, was die Organistin sich zum Spielen ausgedacht hat: «Here Comes he Sun»

 

 

 

10 MUSIK

 

Die Links zu der erwähnten Musik: «All You Need Is Love»: https://youtu.be/hxeCfsGmcVc , «Here Comes the Sun»: https://youtu.be/W9Ds3kYDXo8 .

 

 

 

11 KONFIRMATION

 

Die Konfirmation wird wie bei der Taufe meistens mit Fragen verbunden. Es ist, wie Euch im Unterricht erklärt wurde, nicht nur – wie im Gedicht von Kurt Marti – Gottes Ja zu Euch, sondern auch Euer Ja zu Gott, zum Leben und zur Glaubensgemeinschaft, zur Kirche.

 

Dann würde ich jede und jeden von Euch nach vorne bitten und mit Handschlag als Mitglied der Kirchgemeinde Jenins und somit Mitglied der Evangelisch-reformierte Kirche des Kantons Graubünden begrüssen.

 

Zur Erinnerung an die Konfirmation hätte ich dann die Urkunde und die von Euch ausgewählten Bilder mit dem Bibeltext, welcher Euer Lehrer ausgewählt hat, überreicht. Vielleicht würde Euer Lehrer auch noch einige persönliche Worte an Euch richten?

 

 

 

Die Gemeinde hätte hier wieder ein Danklied singen können. Ja, was wäre hier angebracht? Vermutlich das «Grosser Gott, wir loben Dich.»

 

 

 

12 LIED NR. 247 GROSSER GOTT, WIR LOBEN DICH

 

https://youtu.be/vPLtfJoeE_E?list=TLPQMDEwNDIwMjBRUAiUNM0P-g

 

 

 

13 Mitteilungen und Gebet

 

Wenn Ihr keine Bestimmung für die Kollekte gewählt hättet, dann hätte ich vorgeschlagen, dass die Kollekte für die Aktion «Brot für Alle» bestimmt wäre. Spenden kann man heute auch online: Brot für Alle IBAN CH95 0900 0000 4000 0984 9. KONTONR 40-984-9

 

Der Link im Internet: https://brotfueralle.ch/fuer-kirchgemeinden/spenden-und-projekte/

 

 

 

Ich hätte dann zum Gebet eingeladen. Wie beten wir? Eine Kerze anzünden kann auch schon eine Art von Gebet sein. Wir zünden die Kerze an und denken dabei an jemand, der uns lieb war oder ist. Wir können uns auch die Bitten des Vaterunsers zu Herzen nehmen. Das Vaterunser ist das bekannteste Gebet der Christen, es soll auf Jesus selbst zurückgehen. In zwei Evangelien ist überliefert, wie Jesus seine Jünger damit gelehrt hat zu beten. Das Vaterunser verbindet die weltweite Christenheit und ist in viele Sprachen übersetzt. In jedem Gottesdienst wird es gesprochen, dazu läuten vielerorts die Glocken.

 

 

 

Vater unser im Himmel

 

Geheiligt werde dein Name.

 

Dein Reich komme.

 

Dein Wille geschehe

 

wie im Himmel, so auf Erden.

 

Unser tägliches Brot gib uns heute.

 

Und vergib uns unsere Schuld,

 

wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

 

Und führe uns nicht in Versuchung,

 

sondern erlöse uns von dem Bösen.

 

Denn dein ist das Reich

 

und die Kraft und die Herrlichkeit

 

in Ewigkeit. Amen.

 

(Matthäusevangelium 6,9-13)

 

(https://www.ekd.de/Vater-unser-10784.htm)

 

 

 

14 Ein Gedicht zum Schluss

 

Ich verwende, neben Bibeltexten gerne auch Texte aus anderen Quellen. So hätte ich dann vielleicht das Gedicht von Christine Lavant (1915–1973) gelesen.

 

Christine Lavant (eigentlich Christine Habernig, geb. Thonhauser; als neuntes Kind geboren am 4. Juli 1915 in Grossedling bei St. Stefan im Lavanttal; gestorben am 7. Juni 1973 in Wolfsberg) war eine österreichische Schriftstellerin. Fünf Wochen nach der Geburt wurde sie ernsthaft krank und erblindete beinahe. Ab dem dritten Lebensjahr hatte sie regelmässig Lungenentzündungen. Bei einem Krankenhausaufenthalt 1919 wurde sie als nicht mehr lebensfähig von den Ärzten aufgegeben. Krankheitsbedingt konnte sie erst 1929 konnte sie die Volksschule beenden. 1939 heiratete sie den Kunstmaler Josef Habernig. Ab 1948 publizierte sie unter dem Namen Lavant ihre Gedichte. Sie erhielt verschiedene Auszeichnungen für ihre Lyrik und 1970 den Grossen Österreichischen Staatspreis für Literatur.

 

 

 

Ich habe das Gedicht als Reaktion auf einer früheren Predigt bekommen. Es heisst «Im ersten Frühling». Auch Ihr, als junge Menschen, seid in einer Art Frühling.

 

 

 

Im ersten Frühling

 

 

 

Der Schnee wird dünn wie eine zarte Vase

 

und glänzt von innen her wie ein Gesicht

 

und wo er sanft, wie alte Seide bricht,

 

stehn fahle Büschel von verstorbenem Grase

 

des letzten Sommers wie verwaschener Samt.

 

 

 

Der Wind des Südens bringt das Wunderbare,

 

seltsam geformter Wolken mildes Weiss.

 

Er kämmt die Zweige so wie Frauenhaare,

 

streichelt die Gräser tröstlich zart und leis

 

mit seiner Milde, die von Engeln stammt.

 

 

 

Der Glanz des Schnees wandert mit dem Lichte,

 

sinkt manchmal ein im Schatten tiefsten Blaus.

 

Es teilen sich die ersten Düfte aus,

 

die schwer und seltsam sind und wie Berichte

 

aus einer Fremde, die nur Blüten kennt.

 

 

 

Die Anmut jeder Kindheit liegt in ihnen,

 

der Mädchen Lächeln wird an ihnen wach,

 

und in den Männern wird das Starke schwach

 

und möchte gerne einer Süsse dienen,

 

die herb und stark in ihnen brennt.

 

 

 

Am Ende vom Gottesdienst hätte ich Euch und Euren Angehörigen eine schöne Feier im Familienkreis gewünscht und die Gemeinde hätte ich eingeladen in den Alltag zurück zu gehen. Aber jetzt müssen wir zu Hause bleiben.

 

Dazu können wir uns Kraft zum Ausharren wünschen.

 

Und deshalb hätte ich dann unserer Organistin gebeten uns zum folgenden Lied zu begleiten:

 

 

 

15 LIED ZUM SEGEN NR. 346 «BEWAHRE UNS GOTT»

 

https://youtu.be/ShxoiwWifmA?list=TLPQMDEwNDIwMjBRUAiUNM0P-g

 

 

 

16 Segen

 

Ich hätte Euch und der Gemeinde noch die Segensworte aus dem evangelischen Kloster Kirchberg in Baden-Württemberg auf dem Lebensweg mitgegeben:

 

 

 

Gott, der Barmherzige, sei mit Dir.

 

Er bleibe dein Hüter bei Tag und bei Nacht.

 

Er segne und tröste dich allezeit.

 

Er mache dir alle deine Wege leicht.

 

Er gebe dir Kraft, wenn du müde bist.

 

Er behüte deine Seele, sein Eigentum.

 

Und segne deinen Ausgang und Eingang

 

von nun an bis in Ewigkeit.

 

 

 

17. Ausklang

 

Nach dem Segen wären wir dann hinausgegangen. Und was hätte die Organistin gespielt? Sie dachte an «Bohemian Rhapsody» von Queen: https://youtu.be/PQarvgjxh7U

 

Eine andere Version: https://youtu.be/pGixko1Fzuc

 

Mit einer Orchester-Orgel: https://youtu.be/wa2vAEKwz2Q

 

Mit Klavier: https://youtu.be/NCy_yePk4Gg