Theologie: über "Gott" reden, ist das möglich?

 "Theologie" ist reden über Gott.

Aber was verstehen wir unter "Gott"? Für mich ist Gott ein Geheimnis. Ich glaube an Gott, aber habe weder das Bedürfnis noch die Möglichkeit Gott zu beweisen. Es wäre auch nicht möglich Gott zu beweisen.

Gott verbinde ich mit dem Leben und mit Liebe zum Leben.

 

Unten einige Zitate, die für mich von Bedeutung sind. Sie geben an, was für mich wichtig ist.

 

Zitate:

 

"Ich versuchte, ihn zu finden am Kreuz der Christen, aber er war nicht dort. Ich ging zu den Tempeln der Hindus und zu den alten Pagoden, aber ich konnte nirgendwo eine Spur von ihm finden. Ich suchte ihn in den Bergen und Tälern, aber weder in der Höhe noch in der Tiefe sah ich mich imstande, ihn zu finden. Ich ging zur Kaaba in Mekka, aber dort war er auch nicht. Ich befragte die Gelehrten und Philosophen, aber er war jenseits ihres Verstehens. Ich prüfte mein Herz, und dort verweilte er, als ich ihn sah. Er ist nirgends sonst zu finden."

Dshalal ad-Din Muhammad Rumi (1207-1273) gilt als Mitbegründer der islamischen Mystik. Geboren in Balch (heute Afghanistan) lebte und wirkte er bis zu seinem Tod in Konya (heute Türkei). Der Mevlevi-Derwisch-Orden geht auf ihn zurück. Die Derwischen und seine Anhänger nennen ihn Mevlana ("Herr/Meister").

 

"Das Unvermögen unseres Verstandes, Gottes Wesen zu erfassen, gleicht dem Unvermögen des Augenlichtes, das Licht der Sonne zu erfassen." 

Moses Maimonides (1135-1204) oder Moshe ben Maimon, arab: Abu 'Imran Musa ibn 9Ubaidallah Maimun al-Kurdubi, jüdischer Philosoph, Torahgelehrter und Arzt.

 

"Nichts Vorzüglicheres können sich die Menschen zur Erhaltung ihres Seins wünschen, as dass alle in allem dermassen miteinander übereinstimmen, dass gleichsam alle Geister und Körper einen Geist und einen Körper bilden und alle zumal für sich suchen, was allen gemeinschaftlich nützlich ist. Hieraus folgt, dass Menschen, die sich von der Vernunft regieren lassen, nichts für sich verlangen, was sie nicht auch für andere Menschen begehren, und also, dass sie gerecht, treu und ehrenhaft sind."

"Tu nie soviel, wie du glaubst, tun zu können"

"Es gibt nur Eine, alle Determination und Negation von sich ausschliessende, unendliche Substanz, welche Gott genannt wird und das Ein Sein in allem Dasein ist."

"Friede ist nicht Abwesenheit von Krieg, Friede ist eine Tugend, eine Geisteshaltung, eine Neigung zu Güte, Vertrauen und Gerechtigkeit."

Baruch de Spinoza (1632-1677) oder Benedictus d'Espinoza, niederländischer Philosoph jüdischer Herkunft.

 

"Die allgemeine Meinung ist nicht immer die wahrste."

"Wer zu philosophieren sucht, muss zuerst alle Dinge bezweifeln. Er darf nicht Stellung beziehen in einer Debatte, bevor er die verschiedenen Meinungen angehört hat, sie abgewogen und die verschiedenen Gründe dafür und dagegen betrachtet hat. Er darf nie richten oder Stellung beziehen auf Grundlage dessen, was er (nur) gehört hat, was der Mehrheit entspricht, wegen des Alters, der Verdienste oder des Ansehens des betreffenden Sprechers, sondern er muss entsprechend der Überzeugungskraft einer zusammenhängenden Lehre vorgehen, die sich an wirkliche Dinge hält und an eine Wahrheit, die im Lichte der Vernunft begriffen werden kann."

Giordano Bruno 1548 in Nola als Filippo Bruno geboren, wurde durch die Inquisition der Ketzerei und Magie für schuldig befunden und zum Tode auf dem Scheiterhaufen verurteilt.

 

"Ich habe immer daran geglaubt, dass das Gegenteil von Liebe nicht Hass ist, sondern Gleichgültigkeit. Das Gegenteil von Glaube ist nicht Überheblichkeit, sondern Gleichgültigkeit. Das Gegenteil von Hoffnung ist nicht Verzweiflung, sondern Gleichgültigkeit. Gleichgültigkeit ist nicht der Anfang eines Prozesses, es ist das Ende eines Prozesses."

Elie Wiesel (1928-2016) Überlebender der Schoa, Schriftsteller, 1986 bekam er den Friedensnobelpreis für seine Haltung im Kampf gegen Gewalt, Unterdrückung und Rassismus.